Besondere Fächer

Vielfalt im Unterricht

Im Lehrplan der Waldorfschulen ist der Fächerkanon ganzheitlich angelegt und umfasst gleichrangig sowohl kognitive als auch künstlerische, praktische und handwerkliche Fächer. Diese unterschiedlichen Fachrichtungen sind je nach Klassenstufe in regelmäßigen Unterrichtsstunden verankert und werden da­rüber hinaus durch zusätzliche Epochen ergänzt. Die Fächer sind:

Eurythmie

Die Eurythmie (aus dem Griechischen „harmonische Bewegung") ist eine moderne Bewegungskunst, die von Rudolf Steiner ins Leben gerufen wurde. Sie befähigt den Menschen Sprache und Musik durch Bewegung sichtbar werden zu lassen.

Die Schüler:innen werden in ihrem Innersten angeregt, schöpferische Kräfte auf allen Gebieten zu entfalten. Sie gestaltet sowohl aus der Wahrnehmung des Umkreises als auch aus der Menschenmitte heraus. Dadurch fördert sie die Konzentrationsfähigkeit, Achtsamkeit und Gemeinschaftsbildung und stärkt die Lebenskräfte.

In unserer Schule ist der Eurythmieunterricht von der Waldklasse bis einschließlich der 11. Klasse und in der 12. Klasse als Wahlfach ein fester Bestandteil unter den wöchentlich wiederkehrenden künstlerischen Fächern.

Eine junge Frau mit hellbraunem Haar malt konzentriert auf einer Leinwand, die auf einer Staffelei steht. Sie trägt ein blaues Hemd und hält einen Pinsel in der Hand, mit dem sie sorgfältig Details in ihr Kunstwerk einfügt.

Malen

Gegensätze wie Schwarz und Weiß oder Hell und Dunkel helfen, innere und äußere Kontraste sichtbar zu machen. Jugendliche beeindrucken dabei mit ihrer unverfälschten Herangehensweise. Mit Ermutigung und Unterstützung können sie ihre inneren Beweggründe noch eindrucksvoller ausdrücken.

Der Malunterricht in der Oberstufe ermöglicht es ihnen, die Welt visuell zu erforschen und kritisch zu hinterfragen. Sie lernen, wie Kunst Gegensätze aufgreift und in Einklang bringt. Ziel ist ein tiefes Verständnis für die Verbindung zwischen Leben, Kunst und Persönlichkeit – und eine fundierte Vorbereitung auf das Abiturfach Kunst.

Eine Gruppe schwarz gekleideter junger Musiker spielt Geigen in einem Orchester, konzentriert auf ihre Noten und Instrumente.

Musik

Musikunterricht findet von der Waldklasse bis zur 11. Klasse statt, in der 12. Klasse als Wahlfach.

In den Klassen 1–4 stehen gemeinsames Singen und Musizieren im Mittelpunkt. Kinder beginnen mit einfachen Instrumenten und erweitern ihr Repertoire schrittweise. Ab der 3. Klasse entstehen erste mehrstimmige Stücke, wofür auch Notenschrift eingeführt wird. Es gibt eine Wochenstunde mit der ganzen Klasse und eine in Halbgruppen.

Ab der 5. Klasse ersetzt das Klassenorchester den gemeinsamen Unterricht, später folgen Mittelstufenorchester, Oberstufenorchester und Chor. Parallel dazu werden Musiktheorie und -geschichte behandelt.

In der 11. Klasse endet der reguläre Musikunterricht mit einer Musik- und Kunstepoche. In der 12. Klasse können die Schüler:innen zwischen Musik und Eurythmie für ihren Abschluss wählen.

Gartenbau

Im Gartenbau sind wir bis auf die Wintermonate das ganze Jahr über draußen. Von der Planung, über das Aussähen und Pflanzen bis zur Pflege und Ernte erfreuen wir uns am Wachsen unserer Pflanzen. Außerdem pflegen wir das Schulgelände. Im Winter machen wir es uns drinnen gemütlich: Wir binden Adventskränze, ziehen Kerzen, backen Plätzchen, bereiten Kräutersalz zu und kochen, bevor im Frühjahr der Jahreslauf wieder von neuem beginnt.

Ein Weidenkorb, der mit bunten Garnknäueln gefüllt ist, darunter rote, gelbe, blaue, grüne und beigefarbene, die auf einer Holzfläche liegen.

Handarbeit

Das Fach Handarbeit wird in der Waldorfpädagogik von Beginn an unterrichtet. Es unterstützt die Kinder, sich zwischen intellektueller und praktischer Tätigkeit ausgewogen zu entwickeln. Hierbei werden unter anderem Augen- Handkoordination, Durchhaltevermögen und Umgang mit Fehlern geübt. Ebenso wird der Sinn für Ästhetik, Proportionen und Farben geschult, um nur einige Aspekte zu nennen. Die verschiedenen Handarbeitstechniken werden altersgemäß von Jahr zu Jahr eingeführt und in der Regel wird mit dem Stricken begonnen.

Ein lächelnder Junge in einem rot-weißen Sporthemd schnitzt ein Holzobjekt in einer Werkstatt voller Holzbearbeitungswerkzeuge und -materialien.

Werken

Das Werken findet an unserer Schule von Klasse 5 bis 12 statt. Es werden verschiedenste Gebrauchsgegenstände in Holz ausgeführt. Ab der 8. Klasse stellen wir unterschiedliche Kleinmöbel her wie Hocker, Schatullen, Regale oder kleine Schränke. Hier ist neben ausdauerndem Tun auch einiges an Überlegung gefragt, soll die Tätigkeit zu einem sinnvollen, gebrauchsfähigen und schönen Ergebnis gebracht werden.

Schmieden

Beim Schmieden werden eine Menge an Fähigkeiten erübt wie Ausdauer, Schnelligkeit, Zielsicherheit, Entscheidungsfreude, Geistesgegenwart und Mut zur Tat. Alles Fähigkeiten, die einem in den Herausforderungen des Lebens hilfreich sind. Das Schmieden findet derzeit in Klasse 10 statt und bietet Schüler:innen einen praxisnahen Ausgleich zum theoretischen Unterricht.

Bildhauerei

Die Bildhauerei, das Arbeiten mit Stein, Ton, Eisen und Gips, findet in den Klassen 8 bis 12 statt. Unser Unterricht in den Werkstätten ermöglicht viele Erfahrungen, die einerseits konkret mit handwerklichen Fähigkeiten verbunden sind, aber auch eine enorme künstlerische Gestaltungsfreiheit bieten. Neben der Gestaltung des Zweidimensionalen in der Malerei steht hier die Erfahrung im Dreidimensionalen im Vordergrund, wobei die haptische Qualität der Materialien und ihre Bearbeitung einen wesentlichen pädagogischen Wert haben, nicht zuletzt als wichtige Ergänzung zu unserer immer mehr digital geprägten Erfahrungswelt.

Hengstenberg-Turnen

Anfang 2009 führte unsere Waldorfschule mit der Unfallkasse Brandenburg das Hengstenberg-Turnen ein. Diese Bewegungsspiele basieren auf Elfriede Hengstenbergs Konzept, das an Emmi Piklers Forschungen zur natürlichen Bewegungsentwicklung anknüpft.

Hengstenberg schuf Bewegungsräume, in denen Kinder ihren Körper ohne Korrekturen erleben. Frühe Defizite in Körperschema und Raumorientierung bleiben oft unerkannt, was später Frustration verursachen kann. Das Hengstenberg-Turnen fördert die basale Sinnesentwicklung und ergänzt bestehende Bewegungsangebote.

Kinder üben in Klasse 0 und 1 selbstgewählte Aufgaben, bis sie Sicherheit gewinnen: eine Grundlage für Turnen, Eurythmie und jegliches Lernen.